So kurz vor Ende des Jahres kann ich es nicht lassen, doch noch ein paar subjektive Worte zum verfliegenden 2006 loszuwerden.
Mit der Implementierung der Intel-Architektur in die aktuellen Produkte gab es bei Apple in diesem Jahr alle Hände voll zu tun. Dabei bewahrheitete sich bei den Apple-Laptops die alte Regel des Kunden als Produkt-Testers: sowohl das MacBook Pro wie auch das MacBook hatte in ihrer ersten Auflage mit einer erhöhten Anzahl von Fehlern und Ausfällen zu kämpfen. Nun steht seit einigen Wochen die zweite Revision der Geräte in den Läden, die mit beeindruckenden Leistungsdaten und einem gutem Preis-Leistungsverhältnis aufwarten können. Daraus ergibt sich eine Lehre für uns alle, besonders für mich, der ich diese Zeilen auf einem der ersten schwarzen MacBooks tippe.
Das hat allerdings einen guten Grund - in diesem Frühjahr passierte etwas, mit dem ich persönlich im Leben nicht gerechnet hatte. Statt den Hackern das Feld zu überlassen, bot Apple von sich aus die Möglichkeit an, auf den neuen Intel-Geräten Microsoft Windows zu installieren. Ich hatte mir eleganterweise noch im Januar voller Stolz ein bis an die Zähne bewaffnetes PowerBook G4 im Apple Store Second Hand geordert. Das arme Ding wurde nicht einmal sechs Monate alt, und ich zum MacBook-Besitzer und Windows-Experten.
Dementsprechend ist auch die Software des Jahres für mich die Virtualisierungslösung Parallels, die das ist, was Connectix/Microsofts VirtualPC gerne gewesen wäre - ein Windows in Originalgeschwindigkeit auf dem Mac-Schreibtisch. Die aktuelle Beta-Version kann mittlerweile Dateien per Ziehen und Ablegen zwischen Windows und MacOS hin und her transferieren, unterstützt USB 2.0 Medien und integriert sich mit Apples BootCamp. Nach Jahren auf dem Mac weiss ich bis heute noch nicht, was ich für mich persönlich mit meiner Windows-Version anstellen soll, aber ich kann mich noch lebhaft an die Zeiten erinnern, in der man alleine für die Netzwerkverbindung zwischen Mac und PC ein extra Programm für 500 Westmark erwerben musste, und so war und bin ich aus Prinzip erstmal beeindruckt und begeistert.
Und im nächsten Jahr wird es richtig spannend - es sieht so aus, als würde das seit Ewigkeiten prognostizierte Apple-Mobiltelefon tatsächlich erscheinen. Nach der MacWorld in der zweiten Januarwoche gibt es wohl wie immer ein neues iLife und iWork - diesmal womöglich endlich mit einer Tabellenkalkulation. Und natürlich gibt es im Frühjahr das neue Betriebssystem MacOS 10.5 Leopard. Dann wird auch die Windows-Integration fertig sein, und vielleicht (hoffentlich) schafft es Apple ja auch seine 2006 etwas aus dem Ruder gelaufenen Qualitäts-Standards wieder unter Kontrolle zu bringen.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2007 und ein spannendes Leben mit und ohne Computer.

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